Mittwoch, 17. Juni 2009

Kölle, wir kommen!

Nun steht es fest: Nach den Sommerferien werde ich an einem Gymnasium in Köln meine beiden Fächer Latein und Englisch unterrichten. Wer diesen Blog regelmäßig gelesen hat, weiß, dass Köln für mich eine ganz besondere Stadt ist (siehe z.B. Posting "Mein Lieblingsverein"). Auch der Held meiner beiden Romane "Liebe lieber Lateinisch" und "Liebe lieber Lateinisch Liber II" ist ein Lateinlehrer aus Köln. Wahrscheinlich wird es demnächst noch schwieriger zu erklären sein, dass der Lehrer aus diesen Büchern nicht mit mir identisch ist und dass es sich um eine fiktive Geschichte handelt. Außerdem weiß der aufmerksame Leser, dass Köln die Stadt ist, deren Herzzentrum für meinen Sohn, der in etwa 6 Wochen das Licht der Welt erblicken soll, der Lebensretter sein wird.
Allerdings steht uns nun auch ein recht beschwerlicher Umzug bevor, der möglichst bald über die Bühne gehen soll, denn man kann ja nie wissen, wann sich Justus entscheidet, den Bauch seiner Mutter zu verlassen. Wir können nur hoffen, dass er (mittlerweile 44cm groß) noch ein Weilchen darin bleibt.

Samstag, 13. Juni 2009

Kalkriese

Kalkriese ist der Ort in der Nähe von Osnabrück, von dem man annahm bzw. annimmt, dass dort die berühmt-berüchtigte Varus-Schlacht stattfand. Insbesondere die Leute aus dem Lipper Raum, wo die imposante Hermann-Statue bewundert werden kann, sind verständlicherweise anderer Meinung. Da ich selbst ein paar Jahre im (lippischen) Detmold gewohnt habe, sind meine Zweifel an der Richtigkeit der Osnabrücker-Argumentation nicht gerade gering. Trotzdem habe ich mich an Fronleichnam (dem "Nordrhein-Vandalen-Tag", wie ihn die Niedersachsen nennen) mit einem guten alten Studienkollegen aufgemacht, Kalkriese eine Chance zu geben und zu besuchen. Und ich muss sagen, ich habe es nicht bereut.
Nachdem wir geparkt und uns über einen schmalen, extrem matschigen Waldpfad, der uns sofort das richtige Varus-Feeling gab, zum Museum gemüht hatten, erreichten wir schließlich den Ausstellungsort Kalkriese. Der bestand gleich aus drei "Stationen", und zwar der Dauerausstellung, der Sonderausstellung mit Turm und dem "Schlachtfeld". Zwischen den Ausstellungsgebäuden gab es verschiedene Stände, die einem das Gefühl gaben, sich auf einem Volksfest zu befinden. Dieser Eindruck wurde zudem von der großen Anzahl von Besuchern unterstützt. Auf dem Weg zum "Schlachtfeld", wo die Varus-Schlacht mit einigen Hundert "Römern" und "Germanen" nachgestellt wurde, befand sich ein Historien-Markt, auf dem man u.a. "echte" römische Speisen probieren konnte (wenn man den Mut dafür aufbrachte).
Beide Ausstellungen sind sehr liebevoll und originell gestaltet. Außerdem vermitteln sie einen guten Einblick in das römische und germanische Leben, die Umstände der Schlacht und die germanische Kultur und Geschichte. Es wurde deutlich, wie eng das römische Reich über mehrere Jahrhunderte mit Germanien verknüpft war, obwohl Germanien nie ganz von den Römern erobert worden ist. Man kann wohl behaupten, dass Deutschland ohne den römischen Einfluss nie das geworden wäre, was es heute ist- eine vereinte Nation.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Meine Lateinlektüren sind jetzt vormerkbar!

Jetzt sind die beiden Lateinlektüren, die ich in Zusammenarbeit mit dem Klett-Verlag erstellt habe, vormerkbar! Auf den folgenden Links findet man außerdem einige Infos und Bilder zu den beiden Büchern.

1. Der 13. Geburtstag

2. Die Reise nach Germanien

Hierbei handelt es sich jeweils um (fiktive) Abenteuer des berühmten Feldherrn Gaius Iulius Caesar, als er 13 Jahre alt war.

Sonntag, 24. Mai 2009

Die Varus-Schlacht und Playmobil

Die Varus-Schlacht fand vor genau 2000 Jahren statt und bedeutete den Anfang vom Ende der Romanisierung Germaniens. Dies war und ist Grund genug, der Hauptakteure dieser Schlacht, des römischen Feldherrn Varus und des germanischen Stammesfürsten Hermann bzw. Arminius, zu gedenken und zu ihren Ehren drei Ausstellungen in ganz Deutschland zu organisieren. Zwei dieser drei Austellungen habe ich diese Woche zusammen mit meiner Frau besucht. Als Erstes war Haltern am See dran, das sich ja fast vor unserer Haustür inMarl befindet. Das Motto dieser Ausstellung, die auf zwei Hallen verteilt war, lautete Imperium und befasste sich dementsprechend hauptsächlich mit dem römischen Reich, dem RömerVarus und einem typischen römischen Lager, das es ja tatsächlich in Haltern gegeben hat. Neben vielen interessanten antiken Exponaten hatten sich die Aussteller die Mühe gemacht, 15 000 Playmobil-Legionäre so aufzustellen, dass sie dem Militärzug des Varus gleichten. Dieser soll 12 Kilometer betragen haben! Dementsprechend lang und imposant war der Zug der Playmobil-Soldaten. Ja, dieses Spielzeug kann einen Latinisten schon erfreuen. Daher werde auch ich etwas davon zum Geburtstag bekommen, und zwar das römische Colosseum! Ist das nicht toll?! Verbergen konnte meine Frau diesen Plan nicht vor mir, denn einer musste das sperrige Ding ja schleppen. Und meine hochschwangere Frau kam für diesen Job natürlich nicht in Frage. Vielleicht hätte sie noch etwas mit dem Kaufen des Geschenkes warten sollten, denn als wir zu unserer zweiten Ausstellung nach Detmold fuhren, sah sie in einem Schaufenster einen Armreif, der neben einem Schild mit der Aufschrift "Varus" lag. Dieses Geschenk hätte sie wesentlich leichter tragen können. Aber auch dieses Mal war ich derjenige, der sein eigenes Geschenk tragen musste, allerdings dieses Mal nicht MIT meinen Armen sondern AN meinem Arm. Der Armreif ist übrigens versehen mit einem Motiv von Hermann, dem Cherusker. Dieser stand im Mittelpunkt derDetmolder Ausstellung, die den Namen "Mythos" trug. Diese Bezeichnung soll ausdrücken, dass es um Hermann und seine große Schlacht noch viele Geheimnisse gibt. Zwischen meiner Frau und mir dagegen gibt es kaum Geheimnisse, zumindest nicht was unsereGeburtstagsgeschenke angeht. Sie wird von mir bestimmte Klassiker der "kindlichen" Weltliteratur bekommen, wie z.B. Pinocchio, den sie (oder in zweiter Linie auch ich) irgendwann unserem Justus vorlesen wird.

Samstag, 16. Mai 2009

Meine Kölner Woche

Meine Kölner Woche begann am Dienstag, nachdem wir am Montag die Schauspielkunst eines Ethan Hawke in Recklinghausen bestaunen durften. Am Dienstag sollte ich zum ersten Mal ein Bundesliga-Spiel meines FC sehen. Bisher kam ich nur in den Genuss von Zweitliga-Spielen, die aber immerhin alle gewonnen wurden, wenn ich dabei war. Aber dieses Mal waren die Chancen auf einen Sieg nicht besonders hoch. Es fing damit an, dass einer der wichtigsten Verteidiger (Mohammad) wegen einer roten Karte gesperrt war. Doch dann musste ich feststellen, dass auch noch der mit Abstand wichtigste Stürmer (Novakovic) gesperrt war. Und zu "guter" Letzt ist auch noch der Stammtorwart (Mondragon) verletzt ausgefallen. Und dann ging es auch noch gegen einen Meisterschaftsfavorit: die Hertha aus Berlin. Besonders vor einem "Berliner" Spieler hatte ich Angst: vor Cicero. Wer solch einen exquisiten Namen trägt, der muss einfach gut darin sein, was er tut. Tja, und das war er dann tatsächlich, denn er hat kurz vor der Pause das 1:0 für Hertha erzielt. Das zweite Tor hat dann im Grunde die Glücksgöttin Fortuna gemacht. Wer sonst hätte diesen harmlosen Schuss so abfälschen können, dass er für unseren Ersatztorwart unhaltbar gewesen ist? Außerdem hat sie den Kölnern erst dann einen Treffer erlaubt, als es für einen Punktgewinn schon zu spät war, nämlich direkt vor dem Abpfiff. Aber mindestens genauso wichtig wie der Ausgang des Spieles war uns der Wunsch, unseren Justus richtig, d.h. in diesem Fall kölsch, auszustatten. Diesen Wunsch haben wir uns schon vor dem Spiel selbst erfüllt. Wir besitzen nun ein FC-Köln-Fläschchen, ein FC-Köln-Schnuffeltuch, zwei FC-Köln-Schnuller, einen FC-Köln-Latzanzug und zwei Hennes-Stofftiere. Somit haben "wir" zwar das Spiel verloren, aber auch jede Menge schöner Dinge dazugewonnen.
Am nächsten Morgen ging es dann gleich wieder in den Kölner Raum, wo ich ein Vorstellungsgespräch hatte. Aber hier habe ich nur an Erfahrung gewonnen.
Am Donnerstag war dann Ruhetag.
Am Freitag fuhren meine Frau und ich dann wieder nach Köln, um uns das dortige Herzzentrum anzusehen. Zu unserer freudigen Überraschung bekamen wir eine Führung durch die Station sogar vom Chefarzt selbst, der uns gleichzeitig kompetent und sympathisch erschien. Als Kassenpatienten bekommt man solche Leute ja normalerweise nicht zu sehen. Anschließend sind wir dann nach Leverkusen gefahren, wo wir unseren Justus noch einmal untersuchen ließen. Er entwickelt sich bisher gut und hat schon eine Länge von 37cm. Meine Frau glaubt, dass er ein richtiger Brocken wird. Aber je größer und damit robuster er wird, desto besser ist es, vor allem wenn man an die kommenden Operationen denkt.
Der ET ist übrigens der 3. oder 4. August. Um Missverständnissen vorzubeugen, will ich gleich dazu sagen, dass ET nichts mit einem Außerirdischen zu tun hat, sondern für Entbindungstermin steht. Komischerweise benutzen auch Verlage diese Abkürzung, wenn sie von der Veröffentlichung eines Buches reden. Das möchte ich hier jetzt auch tun: Der ET meines neuesten geistigen (literarischen) Babys wird der 8. Juni sein. Das sagt zumindest meine prominente "Hebamme", der Klett Verlag. Wie es aussieht, werden es sogar Zwillinge sein! :-)

Mittwoch, 6. Mai 2009

Alles neu macht der Mai?

Ja, macht der Mai wirklich alles neu? Dann hätte ich gerne eine neue Stelle. Bisher waren die Renovierungskünste dieses Monats nicht wirklich toll: erst klappt es mit der Vertretungstätigkeit in Oberaden nicht und danach muss ich sogar noch auf eine Stelle im benachbarten Dorsten verzichten, weil die Lehrkraft, die sich zunächst abgemeldet hatte, wieder zurückgemeldet hat. :-(
Nun wird sich vielleicht jemand fragen: Was machst du nun mit soviel Zeit? Zum Einen kann ich mich noch intensiver um meine schwangere Frau kümmern. Wir müssen ja nicht nur regelmäßig zu Untersuchungen in unserer Heimat, sondern auch noch nach Leverkusen, wo unser Justus geboren werden soll. Außerdem steht demnächst auch noch ein Besuch der Kölner Uni-Klinik an, denn dort soll unser Kleiner operiert werden. Ansonsten gebe ich den aufmerksamen Beobachter. Und dafür, dass es etwas zu sehen gibt, sorgt unser wehriger Justus schon. Apropos sehen: wir werden die Zeit außerdem nutzen, um uns ein Theaterstück anzusehen: Shakespeares "A winter's tale". Darin spielt ein berühmter Hollywood-Star eine der Hauptrollen: Ethan Hawke, der in solch tollen Filmen wie "Der Club der toten Dichter", "Before Sunrise" und "Before Sunset" brilliert hat.
Und ein Tag später (am 12.5.) geht es dann nach Köln, aber nicht aus medizinischen Gründen sondern wegen des 1. FC, der am Dienstag ein Heimspiel gegen die Hertha aus Berlin haben wird. Wir hoffen, dass wir dort auch etwas zum Anziehen für unseren Justus finden, und natürlich dass der FC gewinnt.
Aber es gibt auch Arbeit für mich, denn meine Stellensuche bezieht sich nicht nur auf die Zeit vor den Sommerferien, sondern auch auf die Zeit danach. Und was diese (unbefristeten) Stellen angeht, wird es von mir dieses Jahr jede Menge Bewerbungen geben.
Schließlich gibt es noch ein (schriftstellerisches) Projekt von mir, auf das ich eingehen werde, wenn es veröffentlicht worden ist. Ich hoffe, dass es spätestens im Juni sein wird. Manchmal macht eben auch der Juni (oder auch der Juli) etwas neu. :-)

Mittwoch, 22. April 2009

Geburtsvorbereitungskurs

Der Geburtsvorbereitungskurs, den ich zusammen mit meiner frisch Vermählten besuchen "durfte", ist vorbei. Dabei habe ich viele interessante Dinge gelernt, glaube ich. Mal sehen, was ich noch behalten habe.
Die Position der Frau ist bei der Geburt nicht unbedingt die Rückenlage, wie wir sie aus so vielen Filmen kennen. Nein, es gibt fast so viele verschiedene Geburtsstellungen wie es Stellungen beim Kamasutra gibt. Und manche sehen sogar auch so aus, als hätte man sie diesem Buch der Liebeskunst entnommen.
Bei einer Geburt empfiehlt es sich nicht, statisch auf einem Fleck zu bleiben. Vielmehr sollte man das Krankenhaus und den Kreißsaal zuweilen als eine Art Disco betrachten, in der die Hüften (oder der Beckenboden) geschwungen werden sollten. Ein kleiner Lambada-Tanz (allein oder zu zweit) kann nicht nur Spaß machen, sondern auch die Geburt beschleunigen.
Eine wichtige Rolle bei der Geburt spielt auch die Atmung der gebärenden Frau. Während es bei den Römern heißt "Solange ich atme, hoffe ich" ("Dum spiro, spero"), scheint hier zu gelten: "Solange ich atme, spüre ich die Wehen nicht so sehr "(Dum spiro, contractiones non adeo sentio). Aber man muss dabei natürlich beachten, dass man richtig atmet. Viele von uns mögen in dem Glauben sein, sie wüssten, wie man atmet. Aber auch wenn sich einige damit brüsten mögen, dass sie schon viele Jahre Erfahrung mit der Atmung haben, muss ich dem entgegenhalten, dass man auch bis 7 zählen und die Luft solange anhalten können sollte. Das wird dem einen oder anderen Kettenraucher sicherlich schon einige Probleme bereiten.
Und zum Schluss gibt es da noch einen geheimnisvollen Ton, der Schmerzen angeblich erträglicher machen soll. Aber wir Männer mussten leider draußen bleiben, als unsere Frauchen dieses "Tönen" einübten. Ich weiß nur soviel: es besteht aus einem dunklen Vokal, wie z.B. A und O. Hmm, vielleicht bestand das Einüben des Tönens ja im Aufsagen der A- und O-Deklination. Wer weiß? ;-)

Bye, Bye Burg

Nach langem Gerangel um eine mögliche Vertragsverlängerung stand es schließlich sehr zu meinem Bedauern fest, dass ich "meine" Burg bzw. das dazugehörige Gymnasium wieder verlassen musste. Also musste ich zu Ostern nicht nur Eier, sondern auch noch eine neue Stelle suchen. Ersteres war allerdings wesentlich leichter, denn die im Internet angebotenen Stellen wurden schon von anderen emsigen Lehrern gefunden. Hätte ich mit der Suche etwa eine Woche früher angefangen, dann wäre ich wahrscheinlich fündig geworden. Bad timing. Aber dann erschien doch noch ein Hoffnungsschimmer: eine Schule in Oberaden. Für diejenigen, die nicht wissen, wo Oberaden ist: es befindet sich nördlich von Niederaden. Falls diese Information nicht hilfreich gewesen sein sollte - Oberaden ist ein Stadtteil von Bergkamen, das wiederum in der Nähe von Kamen ist, das für seine Passionsfestspiele bekannt ist, oder so. Na ja, zumindest spielt bei Kamen ein Kreuz eine entscheidende Rolle. Aber historisch interessierte Menschen könnten Oberaden auch als ehemaliges römisches Militärlager kennen. In Reinhard Wolters Buch "Die Römer in Germanien" liest man auf S. 45 folgende Beschreibung:
"Raumschiffartig - oder wie ein frühneuzeitliches Fort in den Kolonialgebieten - erhob sich die gewaltige Anlage inmitten einer von eher lockeren Stammesstrukturen geprägten bäuerlichen Welt. Ein größerer Kontrast zu den germanischen Gehöften, als ihn diese stark befestigte und bestens organisierte Bastion mit einer möglichen Besatzung von weit über 10 000 Mann bot, war kaum denkbar."
Viele der heutigen Straßennamen in Oberaden geben dem Besucher das Gefühl, er befände sich im antiken Germanien, wie z.B. die Sugambrerstraße oder die Bruktererstraße, die beide ihre Namen alten germanischen Stämmen zu verdanken haben.
Es bleibt abzuwarten, ob ich, ähnlich wie die antiken Römer, mein (pädagogisches) Lager in Oberaden aufschlagen werde.

Donnerstag, 2. April 2009

Es zuckt!

Oder besser: Er zuckt! Denn es geht um unseren kleinen wehrigen Justus. Meine Frau findet das ganz entzückend, auch wenn sie manchmal sagt: Der Kleine kann noch nicht einmal selbstständig atmen, aber schon seine Mama tyrannisieren!
Das kann er unmöglich von mir haben! Das muss an der mütterlichen Erbmasse liegen! Ich war ja ein sehr braves Kind mit reinem Herzen und ebensolchen Gedanken. Tritte und Schläge habe ich eigentlich nie ausgeteilt, es sei denn, die betroffene Person hatte es verdient. Aber das war dann eigentlich reine Notwehr. "Peace", ich meine "Pax", meine Brüder und Schwestern!

Samstag, 28. März 2009

Voll verheiratet!

Dies ist nicht nur der Name eines Filmes, der gestern im Fernsehen lief, sondern auch eine treffende Bezeichnung meines jetzigen Familienstandes. Denn gestern habe ich meine Verlobte in den heiligen Stand der Ehe geführt. Und es war so einfach: Nur jeweils ein Wort von meiner Verlobten und mir und schon gab es eine Frau Zimmermeier mehr und eine Frau Schäfer weniger. Jetzt kann unser Mops wieder Mops sein und muss nicht mehr als Schäfer-Hund verspottet werden.
Als Location für unsere Trauung hatten wir uns eine nahegelegene Museumsscheune ausgesucht, in die wir bloß unsere nächsten Verwandten eingeladen hatten. Es handelte sich zwar nicht um ein römisches Museum, aber es lieferte trotzdem mit seinem besonderen Ambiente für einen wunderbaren Rahmen für unsere Vermählung und die anschließende Feier. Da fiel es mir auch nicht schwer, über den Rechtschreibfehler auf unserer Hochzeitstorte (Marcus mit c statt richtigerweise mit k) hinwegzusehen. Mir gab diese Fehlerhaftigkeit sogar ein wenig das Gefühl, an einem vertrauten Ort zu sein, nämlich in der Schule. Aber dort gibt es natürlich nicht so etwas Wunderbares wie meine Braut, die die Kälte während des Foto-Shootings wie ein echtes Top-Model ertragen hat und dabei so manchem Möchte-Gern-Model aus der Klum-Schmiede gezeigt hat, wie man sich zu präsentieren hat.

Samstag, 21. März 2009

Nomen est omen

Jetzt ist der Moment gekommen, wo ich das Geheimnis um den Namens des Kleinen lüften werde.
Wie ich in einem früheren Posting gesagt habe, handelt es sich um einen römischen Namen, zumindest im weitesten Sinne. Denn die römischen Vornamen waren damals sehr begrenzt. Den einzigen von ihnen, den man heute noch einem Kind geben kann, trage ich selber: Marcus bzw. Markus.
Daneben gibt es noch Namen, die von einem römischen Familiennamen abgeleitet sind, wie z.B. Julius, wie in "Gaius Julius Cäsar" (Gaius = Vorname, Cäsar= Beiname) oder Marius, wie in "Gaius Marius" (ein berühmter römischer Feldherr und Onkel von Cäsar).

Schließlich gaben sich manche berühmte Römer auch noch einen Beinamen ("cognomen"). Der Bekannteste ist mit Sicherheit "Caesar". Als deutscher Vorname ist "Cäsar" allerdings nicht wirklich gebräuchlich, weshalb ich ihn auch nicht für meinen Sohn gewählt habe.
Wesentlich gebräuchlicher ist der Name Felix ("der Glückliche"). Diesen Namen aber hat der römische Diktator und Schreckensherrscher Sulla missbraucht, um seine Diktatur mehr als die logische Konsequenz göttlichen Willens erscheinen zu lassen.

Zum Glück gibt es aber auch einen römischen bzw. lateinischen Namen, der zum einen heutzutage nicht völlig ungebräuchlich ist, und zum zweiten nicht durch die (römische) Geschichte belastet ist. Und diesen Namen soll mein zukünftiger Sohn tragen: Justus, was auf Deutsch "der Gerechte" bedeutet. Ich denke, etwas mehr Gerechtigkeit könnte diese Welt durchaus gebrauchen.
Erfreulicherweise war meine Verlobte sofort einverstanden mit dieser Namenswahl. Tatsächlich bin ich mir im Moment gar nicht mehr sicher, wer von uns beiden ihn überhaupt vorgeschlagen hat. Meine Verlobte hat jedenfalls auch einen Bezug zu diesem Namen, was es uns nicht schwer gemacht hat, uns auf diesen Namen zu einigen. Justus ist nämlich auch der Vorname einer Figur aus einer beliebten Krimiserie, die besonders als Hörspiel große Erfolge gefeiert hat und immer noch feiert: die drei Fragezeichen. Und meine Verlobte ist ein großer Fan der drei Hobby-Detektive. Spätestens als sie mir erzählt hat, dass dieser Justus (Nachname: Jonas) im englischen Original "Jupiter" heißt, war mir klar: Das ist es! Die Götter haben es so gewollt!

Montag, 16. März 2009

Die Fruchtwasser-Untersuchungsergebnisse - Teil 2

Wir waren gerade zusammen im Saturn, als Bianca mir sagte, dass jemand versucht habe, sie auf ihrem Handy anzurufen. Sie konnte mir aber bloß sagen, dass es eine Marler Nummer gewesen ist. Nach einem kurzen Moment des Überlegens schauten wir auf die Visitenkarte ihrer Frauenärztin und stellten fest, dass die Nummern übereinstimmten. Das konnte nur eins bedeuten: Ihre Frauenärztin wollte ihr die ausstehenden Fruchtwasser-Untersuchungsergebnisse mitteilen. Also rief meine Verlobte gleich zurück, aber bei dem ersten bis dritten Versuch war es besetzt und beim vierten hob keiner ab, zumindest für eine ziemlich lange Weile. Denn dann hörte ich sie mit jemandem sprechen. Mein Herz fing an heftig zu pochen. Gespannt beobachtete ich die Mimik meiner Verlobten. Sah ich Freude oder Trauer? Ich konnte es nicht sagen. Dafür sagte mir meine Verlobte, dass man sie in die Warteschleife geschickt hätte. Ich solle mir schon mal unsere neue Hifi-Anlage holen und sie zur Kasse bringen, wo wir uns treffen würden. Als ich kurz darauf dort angekommen war, betrachtete ich wieder Biancas Gesicht. Sie schaute nicht gerade fröhlich. Bedeutete dies, dass man ihr gerade gesagt hatte, dass unser Sohn einen Genfehler (Trisomie) hat? Ich ging weiter auf sie zu und schaute sie fragend an. "Warteschleife", sagte sie nur. Doch dann merkte ich, dass jemand mit ihr am anderen Ende der Leitung sprach. Jetzt war der Moment gekommen. Der Moment der Wahrheit. Trisomie oder keine Trisomie. Ich hielt die Luft an. "Super. Wunderbar," hörte ich dann meine Verlobte sagen. Ich betete inständig, dass damit die Untersuchungsergebnisse gemeint waren.
Schließlich beendete meine Verlobte das Telefonat und wandte sich mir zu. "Der Befund war unauffällig. Die Trisomie ist vom Tisch."
"Aufatmen! Alles ist gut!", sagte mir mein Verstand, doch mein rasendes Herz und meine wackeligen Knie wollten oder konnten diese frohe Botschaft zunächst nicht realisieren. Erst nach und nach beruhigten wir uns und spürten schließlich eine riesige Erleichterung.
Nun gibt es "nur" noch den Herzfehler, der uns Sorgen machen muss. Wie abgesprochen, machten wir darauf einen Termin mit der Leverkusener Klinik. Am 31.3. werden sich dann sowohl der Leverkusener Pränatalmediziner ("die Koryphäe") als auch ein Kölner Kinderkardiologe das Herz unseres Söhnchens anschauen. Vielleicht werden sie danach wissen, um welchen Typ von Truncus (fehlende Trennung von Aorta und
Lungenschlagader) es sich handelt.

Montag, 2. März 2009

Eine zweite Meinung

Es heißt, dass es nie schaden kann, eine zweite Meinung einzuholen. Also sind wir heute nach Leverkusen gefahren, um unser Söhnchen von einer Koryphäe der Pränatalmedizin untersuchen zu lassen. Dabei haben wir u.a. erfahren, dass erst ein kleiner Bruchteil der Trisomie-Ergebnisse vorliegen. Somit ist erst eine weitaus kleinere Hürde genommen als wir dachten. Das Zittern nahm darauf gleich wieder zu.
Außerdem hat er uns sehr ausführlich erklärt, wie man mit dem Herzfehler unseres Sohnes verfahren würde, falls das Trisomie-Resultat dem Ganzen nicht ein Strich durch die Rechnung macht. Die Operation sei zwar schwierig, aber er würde die besten Leute (z.B. Kinderkardiologen) in NRW kennen, die schon vor der Operation genaustens über das Herz unseres Sohnes informiert sein würden. Die Prognose sei dann deutlich positiver, als wenn man ihn spontan operieren würde. Er hat einem jedenfalls das Gefühl gegeben, dass man in den besten Händen sei. Und für einen Köln-Fan wie mich wäre es auch nicht verkehrt, wenn mein Sohn in der Nähe dieser Stadt geboren werden würde. Und wie pflegt der Kölner zu sagen: "Et hätt noch immer jut jejange." Möge der Kölner Recht behalten!